tagdersolidaritaetSchüler*innen sprachen am „Tag der Solidarität“ in Dortmund und erinnerten an die Opfer des NSU-Terrors

2006 wurde der in der Nordstadt lebende türkische Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık vom NSU in seinem Laden an der Mallinckrodtstraße 190 erschossen. Jedes Jahr findet am 4. April der „Tag der Solidarität“ statt. Auch dieses Jahr nahmen mehrere hundert Menschen an der Demonstration teil.

Schüler*innen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hielten folgende Rede am NSU-Mahnmal vor der Auslandsgesellschaft:

Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen,

Ich bin 15 Jahre alt. Als Mehmet Kubaşık ermordet wurde, war ich 3. Als der NSU sich selbst enttarnte, war ich 8. Die ganzen Ereignisse fallen für mich also in eine Zeit, als ich auf dem Schulhof Fangen gespielt habe und noch gar nicht wusste, dass es so schreckliche Dinge wie Rassismus gibt.
Vom NSU habe ich durch die Medien erfahren. Die Häufige Berichterstattung der Medien über den langanhaltenden Prozess und die damit verbundenen Ereignisse und Unruhen konnte man nicht übersehen. Das war das erste Mal, dass wir mit diesem Thema in Berührung kamen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch noch gar nicht, was das eigentlich alles bedeutet. Erst in den letzten Jahren wurde uns die Bedeutsamkeit dieser Taten und die Gefahr des Rechtsradikalismus bewusst und wir fingen an, uns mehr damit auseinander zu setzen.
Heute engagieren wir uns auch deshalb in der Anti-Rassismus AG des Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Wir haben in der Vergangenheit verschiedene Projekte durchgeführt, wie z.B. Spielenachmittage mit Flüchtlingskindern und die regelmäßige Gestaltung einer jährlichen Gedenkfeier am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag. Außerdem führen wir regelmäßig Aktionen an unserer Schule durch, wie die Schulkinoreihe zum Thema Rassismus.
Seit dem letzten Sommer haben wir uns schwerpunktmäßig mit dem NSU und dem Schicksal der Opfer beschäftigt, mit dem Ziel, eine Schul-Ausstellung dazu zu entwickeln. Wir haben uns mit den verschiedenen Biografien der Opfer auseinandergesetzt, dabei stand das Leben von Mehmet Kubaşık im Mittelpunkt.
Des Weiteren haben wir zur rechten Szene in Dortmund und deren Verbindung zum Umfeld des NSU recherchiert. Für uns ist deutlich geworden, dass es eine Vielzahl von Verbindung Dortmunder Neonazis zur Terrorzelle des NSU gibt. So hatten z.B. in den 1990er Jahren Dortmunder Neonazis enge Verbindungen zum Thüringer Heimatschutz, in dessen Umfeld sich auch Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe bewegten.
Aufgefallen ist uns außerdem, dass auf den Mord an Mehmet Kubaşık in Dortmund nur zwei Tage später ein Mord in Kassel folgte. Für uns wirkt es nicht wie ein Zufall, da die Neonazi- Szenen beider Städte zu dieser Zeit eng zusammengearbeitet haben.
Unsere Ausstellung haben wir auch bei dem Theaterstück „NSU-Monologe“ gezeigt, das wir mit der gesamten Oberstufe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums besucht haben. Das Stück hat uns nochmal sehr eindrucksvoll gezeigt, wie einseitig und voreingenommen damals von Seiten der Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Familien der NSU-Opfer ermittelt wurde.
Für uns ist es nicht nachvollziehbar, wieso Staatsanwaltschaft und Polizei angesichts der angesprochenen Verbindungen der Dortmunder Neonazis nicht viel schneller gegen die rechtsradikale Szene ermittelt haben. Wollten oder konnten sie nichts sehen?
Warum sind wir heute hier?
Wir wollen, dass jedes Dortmunder Kind um Mehmet Kubaşık Geschichte und der seiner Familie weiß, dass ihm jedes Dortmunder Kind gedenkt und jedes Dortmund Kind sein Schicksal weiterträgt.
Wir wollen eine rechtliche Verfolgung des erweiterten Täter-Kreises. Doch nicht nur bei Mehmet Kubaşık , sondern bei allen Opfern des NSU und rechter Gewalt.
Wir wollen über rechte Strukturen aufklären und sie mit bekämpfen, in Dortmund und anderswo.

Vielen Dank.

 

Ab dem 04. Juni ist in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache Dortmund die Ausstellung der Antirassismus-AG zum NSU in Dortmund öffentlich zu sehen.

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